Rana (F3F Eurocontest)

Rügen (F3F German Open)

Rügen (Offene Deutsche Meisterschaft F3F)

Gleich vorweg: Wir können eigentlich froh sein, dass  heuer in Rana kein Bewerb war! 
Unsere Nerven wären vielleicht bereits bei diesem Bewerb aufgebraucht worden 
und wie es sich gezeigt hat, waren diese aber auf Rügen dringend notwendig!

Nun mal im Ernst!

Wir: Das sind diesmal eine steirische Truppe (Franz Prasch, Mario Perner)  mit Wiener Beteiligung 
(meine Person: Plöschberegr Hannes) nachfolgend als die "Selbstbauer" benannt, 
die zweite Truppe (Lukas Gaubatz, Stefan Hölbfer, Martin Ziegler) nachfolgend als die "3" 
benannt und zwei auf Rügen nachgereiste österreichische Piloten mit 
Georg Ambros (nur auf Rügen dabei) und Eberhard Rosemann 
(der war auch in Rana aber dann nur 2 Tage auf Rügen). 
Geplant war eine 10 tägige Reise, die uns über der Rana 2011 Eurocontest Bewerb 
nach Rügen zu zwei Bewerben (German Open F3F 2011 und Offene Deutsche Meisterschaft F3F 2011)

Wie es sich für anständige F3F Piloten gehört, sind wir (Selbstbauer) schon am Freitag 
nach Rana angereist und konnten so bereits zu Mittag den "Monte Rana" besteigen! 
Da ich bereits im Winter die Möglichkeit hatte mit, den "3" mehrere Trainigs- Sessions 
mitfliegen zu können, wusste ich schon vom neuen Stil und konnte diesen gleich 
wirkungsvoll in Rana anwenden! Es funktionierte so toll, dass ich meinem Wunsch, 
heuer endlich einmal mitmischen zu können, voller Zuversicht entgegensah! 
Doch wie immer, wenn man etwas plant, kommt alles ganz anders! 
Die nächsten zwei Tage waren nur mit wenig Wind gesegnet, so dass wir nach 
zweimaligen Besteigungen und Warten- mit mehrmaligen Reflight- Vorführungen 
von Lukas bzw. vielen Alula Einschlägen diesen Bewerb nach einer Absage vergessen konnten!

Eigentlich war geplant, erst am Dienstag weiterzufahren, doch das Wetter machte 
einen Strich durch die Rechnung und so fuhren wir bereits am Montag nach dem Frühstück 
weiter nach Rügen! Selbstverständlich mit einem Zwischenstop bei "Lidl" um 
Nahrung (flüssig und fest) einzukaufen! Wozu hat Franz auch so einen großen Lieferwagen? 
Nach ca. weiteren 600 Kilometern hatten wir dann endgültig unser Ziel ereicht. 
Mit der Fähre Wittow erreichten wir die Insel Rügen, wo uns bereits ein  flotter Wind 
um die Nase blies. Schnell unser Quartier eingeräumt und dann der erste Rundgang nach Kap Arcona. 
Bei der  Wetterstation konnten wir schon die ersten Winddaten ersehen- 8m/sec. 
Das versprach ja schon einiges, wo auch die Wettervorschau 
bereits für die nächsten Tage Windgeschwindigkeiten bis über 100 km/versprachen! 
Diese Vorhersage traf auch ein und sorgte leider nicht nur für unser Vergnügen! 
Auf der Autobahn von Rostock passierte auf Grund eines Sandsturms 
von einem nahegelegen Feld ein schrecklicher Auffahrunfall 
der 8 Tote und über 100 Verletzte verursachte! So nahe kann Unglück und Freude sein! 
Wir hatten erst am Samstagabend von dieser Tragödie erfahren. 

Am Mittwoch ging es dann gleich einmal auf die Kante, oder wie Franz Demmler sagt, 
auf die Steilküste!!! Wenn man diesen "Hang" sieht, glaubt man kaum, dass man da fliegen kann! 
Mit 3 Meter Höhe war es schon ein komisches Gefühl hier zu fliegen. Aber es ging, und nicht schlecht! 
Hier zeigten uns die "3", dass ihr Wintertraining Früchte getragen hat! 
Abstände mit 10 oder mehr Sekunden war das Ergebnis! Da wussten wir bereits, dass einiges 
im Busch war! Der Wind drehte nach und nach auf rechts und es kam wie kommen musste! 
Ich flog zu langsam und hatte bei der Linkswende einen Strömungsabriss. 
6 Meter über den Boden war da keine Korrektur mehr möglich, die Attack F1 Modell A 
war nicht mehr (Holmbruch). Der kleine Baum der dieses verursacht hat soll auch in 
Kürze im Meer versinken!!!! Geschieht im recht!!! Dementsprechend war meine Laune - 
hatte ich kurz davor auch noch ein Höhenruder meines FS3 beleidigt! 
Als ich dann noch bemerkte, dass meine Zugladegewichte verschwunden waren, 
(ich hatte sie am Parkplatz liegen gelassen- und nach ca. 20 Minuten waren sie verschwunden!) 
wäre ich sowieso am liebsten gleich nach Hause gefahren! 
Aber nach einem Telefonat mit daheim merkte ich, dass man mich dort auch nicht wollte!  
Also musste Ersatz her! Ein Baumarkt war schnell gefunden- Kupferrohr und 
im vorhandenen Anglerbedarf wurde dann nach Blei eingekauft! Zusätzlich ein Topf und Gaskartusche! 
Dann ging es an Rohrschneiden und Bleigießen! 
Stefan ist übrigens super im Sägen und Mario hat starke Nerven 
(flüssiges Blei in der Nähe von ungeschützter Haut ist auch nicht jedermanns Sache)! 
Aber es ist alles gut gegangen! 
Außerdem zeigte es sich, dass sich mit den neuen Gewichten die Zuladung um 300 Gramm erhöhte! 
Und das war für die nächsten Tage sowieso Gold wert!

Donnerstag waren die Selbstbauer gleich vor 8:00 am Hang in Dranske! 
Dank des neuen Gewichts um die 4 kg konnte ich sehr schnell meine Strecken abbiegen! 
Auch die Wenden im runden Stil funktionierten sehr gut! Wie Franz nachher sagte: Trainingsweltmeister!! 
Franz und Mario konnten sich auf Grund fehlenden Gewichts vorerst nur schwer 
auf diese neue Situation einstellen!   
Als die "3" dann am Hang erschienen, konnte man jegliche Euphorie vergessen! 
Mit wenigen Flügen zeigten sie uns wie der tatsächliche Stand war! Hier musste was geändert werden! 
Also nochmals ins Bauhaus und Kupferrohre gekauft! Blei war vorhanden! 
Wer Franz kennt, wäre jetzt wirklich entsetzt gewesen! 
Er reizte alle Möglichkeiten aus und letztendlich hatte sein Modell (Relaxe (gggg)) '
endlich die 4 kg Marke erreicht! Ich glaube Franz baut in Zukunft nur mit Stahl!!! 
Unser Appartement ähnelte immer mehr einer Werkstatt! Es wurde gehämmert, geschmolzen, 
gegossen, geschliffen, gepickt (es waren natürlich auch kleine Blessuren zu behandeln gewesen) 
und,.....

Der nächste Tag sollte der erste Wettkampftag sein: Dranske- Windgeschwindigkeiten 
mehr als 25 Meter und schweinekalt. 

Zu meiner Person: Erste Runde- Einflugshöhe nicht schlecht die ersten 4 Wenden auch nicht, 
doch dann der erste Verwender, zurück und in einem Anfall geistiger Umnachtung "Ringerl" zum Hang! 
Somit gleich der Erste 100er (safety line) dann noch irgendwie zwei Strecken und nicht mehr wirkliche Konzentration! 
Und es kam was kommen musste! 
Die wenigen Bäume, die es auf Rügen gibt, sind wie immer mein Verderben! 
Kurz zu tief, hängen geblieben und auch schon unten - ein Nuller! 
Aber Modell heil geblieben! Zweite Runde: Hat meine Attack nicht vorher besser auf 
die Querruder reagiert? Also: der Zweite 100er (safety line)! Nach der Landung habe ich dann bemerkt, 
dass das Ruderhorn vom Querruder locker war! Als gleich mal eingepickt und nachjustiert 
und dann zum dritten Durchgang! 
3. Runde: Wenn ein Modell überhaupt nicht auf Querruder reagiert, 
sollte man gleich nach dem Einflug landen -ergo- Dritter 100er (safety line)! 
Und Landung mit Seitenruder bei diesen Bedingungen auch nicht wirklich lustig! 
Der Busch, der die Landung gedämpft hat, darf übrigens weiterleben! 
Sollte er einmal vom Meer gefährdet sein- rette ich Ihn persönlich! 
Modell ohne Schaden! Tja, jetzt ein guter Tipp: Wenn man etwas im Sendermenü umändert, 
sollte man dieses unbedingt wieder schließen, sonst könnte es passieren, 
dass die Jacke ankommt und man unabsichtlich beim Querruderservo 
eine Laufrichtungsumkehr macht! 
Nach diesen Erlebnissen habe ich dann die weitern Runden mit den FS3 absolviert! 
So konnte ich mich noch vom letzten Platz auf den 38. Platz vorarbeiten. 

Franz und Mario konnten sich schön langsam an diese Bedingungen anpassen und landeten 
dann auf Platz 29 (Franz) und 35 (Mario)! Ein Bericht aus Ihren Augen kommt sicher auf www.f3f.eu !

Viertbester Österreicher war unser Georg Ambros! 
Still und heimlich hat er sich konstant gehalten und immer wieder eine gute Leistung gezeigt! 
Beachtenswert, da er bereits auch den neuen Stil geflogen ist, 
den er im Internet von unseren Trainingsflügen gesehen hat! 
Zweimaliges Training reichte, dass er vor uns lag! 
Auf diesen Kerl muss man noch aufpassen! Stille Wasser sind tief!

So und nun zu unsren "3"! 

Österreich kann stolz sein, dass wir mit Ihnen wieder Piloten der Weltspitze haben! 
Sie zeigten in eindrucksvoller Manier wie F3F geflogen wird! 
Der neue Stil den sie an den Hängen von Rügen bei jeden Wetter gezeigt haben, 
wird sicher zukunftweisend sein! Wie Lukas mit einer Leichtigkeit bei diesen Bedingungen 
diese Topzeiten gezaubert hat (er flog teilweise die Wenden bis zu 10 Meter über die Wendemarke) 
ist auch für mich, der im Training schon viel von ihm gesehen hat, einfach unglaublich! 
Es wird nach diesem Bewerb sicher Videoanalysen geben und nach vielen Trainingsstunden 
wird das Feld wieder zusammenrücken! Wenn Lukas jetzt auch noch bei weniger Wind 
und Stefan bei extremen Bedingungen diese Konstanz aufweisen, wird es aber 
für die erste WM trotzdem sehr interessant für uns Österreicher werden! 
Martin wird meiner Meinung nach bald komplett aufschließen- er hat ein Potenzial, 
das sicher noch nicht ausgeschöpft ist!

Die "3" haben bei diesen Bewerben endlich wieder aufgezeigt, 
dass Österreich zur Spitzennation in F3F zählt! 
Ein Zitat aus dem Internet: It was a kick in the as! 
Auch wenn bereits im Vorjahr viele Bewerbe von Ihnen gewonnen wurden, 
oder sie an der Spitze lagen- Rügen bleibt Rügen!! Und hier zu gewinnen zählt halt anders! 

Die offene Deutsche Meisterschaft bestätigte in den nächsten 2 Tagen die Topform unsrer Toppiloten! 
Ist ja auch nicht schlecht wenn Österreicher jetzt Deutscher Meister 
und den den dritten Platz innehaben! 
Schade für Martin - der vierte Platz ist undankbar, 
aber in Zukunft wird sich auch das ändern!

Alles im allen waren diese 10 Tage ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte! 
Es hat gezeigt, dass Zusammenarbeit in welcher auch immer gearteten Form Erfolg zeugt! 
Auch wenn ich am letzten Tag nicht mehr dabei war (vielleicht eine falsche Entscheidung, 
der Wind kam dann ja doch) konnte ich doch bemerken, dass andere Nationen 
ob des unwahrscheinlichen Erfolgs unserer "3" sehr nachdenkliche Mienen machten! 
Vielleicht ist auch dieser Erfolg ein Ansporn zu mehr gemeinsamen Training! 
Wenn man ohne Zeitnehmung auf der Hangkante herumfetzt, 
dann hat man schnell das Gefühl, der Schnellste zu sein! 
Aber nur die Zeitnehmung zeigt das richtige Ergebnis!

Euer Webmaster f3f.at

Hannes                     

Fotoalbum:  Fotos Mario Perner (Danke)

Video (Dank an Martin Pirker für Up load)

HOME